03.03.2026

Klebstoff & Release Liner – was Sie wissen sollten

Die Anforderungen an das Zusammenspiel von Klebstoff und Release Liner verändern sich rasant. Regulatorische Vorgaben und neue PSA‑Technologien erhöhen die Komplexität – und machen die richtige Materialkombination wichtiger denn je.

Warum der richtige Fit zwischen Klebstoff und Liner immer wichtiger wird

Die Anforderungen an das Zusammenspiel von Haftklebstoff und Release Liner haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Ein zentraler Treiber sind die vielfältigen regulatorischen Entwicklungen auf europäischer und globaler Ebene. Neue Vorgaben zu Chemikalien, Migration, Recyclingfähigkeit und Kreislaufwirtschaft führen dazu, dass Klebstoffsysteme neu formuliert oder an veränderte Materialströme angepasst werden müssen. Diese technologischen und regulatorischen Verschiebungen sind ein wesentlicher Grund dafür, dass Release Liner heute unter stärkerem Druck stehen, mehr zu leisten, bei gleichzeitig höherer Stabilität und Prozesssicherheit.

Der Wunsch der Industrie nach Standardisierung, Effizienzsteigerung und Kostenreduktion bleibt dennoch ungebrochen. Doch gerade in diesem Spannungsfeld entsteht ein Zielkonflikt: Vereinheitlichung kann zwar Prozesse vereinfachen, führt jedoch oft zu Einschränkungen, die Innovation verlangsamen. Die Realität zeigt: Ohne Flexibilität in der Auslegung von Release Linern sind viele neue PSA‑Formulierungen nicht zuverlässig prozessierbar. Denn je stärker Klebstoffe hinsichtlich Performance oder regulatorischer Anforderungen angepasst werden, desto präziser müssen die Eigenschaften des Liners darauf abgestimmt sein.


Regulatorischer Druck trifft technologische Entwicklung

Regulatorische Rahmenwerke – etwa im Bereich REACH, Verpackungs- und Recyclingrichtlinien oder Materialcompliance – beeinflussen zunehmend die Wahl der Rohstoffe sowohl im Klebstoff als auch im Liner. Parallel dazu entstehen neue PSA‑Technologien, beispielsweise niedrigmigrative Systeme, Hotmelts mit neuen Polymerarchitekturen oder optimierte UV‑Systeme. Diese Entwicklungen erhöhen die Komplexität an der Grenzfläche Klebstoff–Liner. Sie bestimmen:

  • die erforderliche Abziehkraft (Release Force)
  • die Langzeitstabilität in verschiedenen Klimabedingungen
  • die Verarbeitungseigenschaften in Beschichtung, Konfektionierung und Weiterverarbeitung
  • und langfristig auch die Recyclingfähigkeit von Haftverbundsystemen.

Gleichzeitig wächst von Marktseite der Bedarf nach nachhaltigen Lösungen. Genau das wird auch auf der AWA Global Release Liner Summit 2026 sichtbar, die sich schwerpunktmäßig mit Innovation und Nachhaltigkeit in der Release-Liner-Industrie befasst.

Warum starre Standardisierung Innovation bremst

In practice, a “one size fits all” approach is hardly realistic for modern PSA systems. While a more standardized range of liner types would be appealing in terms of cost and logistics, overly narrow specifications can significantly reduce opportunities for technical advancement.

Innovation benötigt Spielraum.

Ein zu stark standardisierter Liner kann:

  • neue Klebstoffformulierungen in ihrer Performance limitieren,
  • wichtige Verarbeitungseigenschaften beeinträchtigen,
  • oder zu unerwarteten Interaktionen führen (z. B. Migrationseffekte, ungewünschte Haftänderungen).

Flexibilität ist daher kein Komfort, sondern eine Voraussetzung für technischen Fortschritt. Nur wenn Klebstoff- und Linerentwicklung Hand in Hand gedacht werden, lassen sich wirklich neue Lösungen für Anwendungen wie Etiketten, Tapes, technische Folien oder medizinische PSA‑Produkte entwickeln.

Der Beitrag von Ian Grace am AWA Global Release Liner Summit

Diese Zusammenhänge beleuchtet Ian Grace, Business Development Manager bei artimelt, in seinem Vortrag „What You Should Know About Adhesive & Liner Compatibility“. Ian verfügt über jahrzehntelange internationale Erfahrung in Produktentwicklung, technischer Unterstützung und Business Development in der Klebstoff- und Release‑Liner‑Industrie und bringt dadurch eine Perspektive mit, die tief in der technischen Praxis verankert ist.

Sein zentraler Punkt:

  • Nur wer das Zusammenspiel der Materialien versteht, kann die richtigen Entscheidungen treffen – sowohl technologisch, regulatorisch als auch wirtschaftlich.


Fazit

Die Industrie steht an einem Wendepunkt: Regulatorische Veränderungen und neue Klebstofftechnologien schaffen einerseits Herausforderungen, eröffnen andererseits aber auch große Chancen für Innovation. Release Liner spielen in dieser Entwicklung eine entscheidende Rolle – nicht als „Nebenprodukt“, sondern als aktives Funktionselement im System PSA.

Kompatibilität ist daher kein Detail, sondern ein Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit.

Offene Fragen? Unser Autor freut sich darauf diese zu beantworten:

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Ian Grace

Technical Sales Manager

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